Den Browser mit ein paar Add-ons und das Müsli mit einer Handvoll Kokosraspeln personalisieren – schon dagewesen! Mit dem folgenden Produkt kann man sein Verständnis von Individualisierung jedoch auf eine neue sphärische Ebene katapulieren:
“Emotibles” und “Budclicks”
Angelehnt an die Emoticons, die Emails eine Zusatzinformation über das Befinden des Autors beifügen, sollen die Aufstecker für Ohrstöpstel ebenfalls die Stimmung des Trägers ausdrücken. Die Auswahl an Emotibles reicht von neurotisch über gekitzelt bis zu verwöhnt. Ab vier Euros ist man dabei.
Wer seine Seele nicht ans große Ohr hängen will, bedient sich aus der Auswahl der Budclicks: ob Blume, Totenkopf oder Länderfahne – dem Ohrenschmaus sind keine Grenzen gesetzt.
Mein Senf dazu:
Der Trend “Emotibles” ist nicht ernst zunehmend. Der Trend, den er als Spitze des Eisberges symbolisiert, hingegen schon:
Individualisierte Massenabfertigung
Produkte, die nur dazu da sind, anderen Produkten (und deren Trägern) eine persönliche Note zu verleihen:
Wie ein subtiler Heuschreckenschwarm überfallen diese die westliche Ich-Gesellschaft.
Sicher, ich bin froh, nicht in blaukarierter Schuluniform neben meinen Studienkollegen wie ein Teil einer Tapete da zu sitzen.
Aber glaube ich wirklich, individueller, personlalisierter, customize-ter zu sein, nur weil auf meinen M&M`s mein Name drauf steht oder das Hundefutter meines Rüden auf seine Bedürfnisse anpassen lasse?
Zu denken gibt: Bei Google tippe ich “customized toilet paper” ein und bekomme 7.100.000 Suchergebnisse serviert.
Fazit: Wir individualisieren uns zu Tode.


